weitere Projekte, die wir unterstützen

Seebrücke (seebruecke.org)

 

Unsere Spende an die Seebrücke: „Schafft sichere Häfen!“ 

 

Seit 75 Jahren leben wir in Deutschland im Frieden. Nur noch die Ältesten können sich an den Krieg erinnern, aber viele leiden noch heute unter den dadurch entstandenen Traumatisierungen.

 

Wenn wir heute von Krieg hören, so spielt sich der in der Regel Tausende von Kilometern entfernt ab und geht uns zumindest unmittelbar nichts an. Nach den Nachrichten kann man den Fernseher einfach ausschalten, oder man sucht sich ein anderes Programm.

 

Was würden wir tun, wenn es in unserem Land Krieg gäbe? Würden wir versuchen, der Gefahr zu entkommen? Alles zurücklassen, was uns bisher selbstverständlich war? In ein Land fliehen, wo wir Schutz finden?

 

Im Jahr 2015 hat Deutschland 890.000 Flüchtlinge aufgenommen und in einer bewundernswerten Weise willkommen geheißen. Die meisten dieser Menschen sind vor Krieg, Vertreibung, Verfolgung und Hunger geflohen. Sicher haben sie lange überlegt, ob sie ihre Wohnung, ihren Wohnort, ihre Kultur verlassen sollen, zugunsten einer ungewissen Zukunft in einem fremden Land.

 

Immer noch haben Flüchtlingsströme Europa als Ziel. Viele kommen per Boot übers Mittelmeer, viele kommen gar nicht an. Man schätzt, dass dort seit 2014 etwa 21.500 Menschen ertrunken sind (zum Vergleich: Waldenbuch hat 8.571 Einwohner).

 

Inzwischen hat die patrouillierende EU-Grenzschutztruppe Frontex die Aufgabe, Flüchtlingsboote zurückzuschicken, wobei ihre Methoden nicht gerade zimperlich sind. Frachter, die unterwegs Boote sichten, machen oft einen großen Bogen um sie, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Denn wenn ein Schiff auf See Flüchtlinge aufnimmt, handelt der Kapitän gegen EU-Recht und wird kriminalisiert – siehe das Beispiel der Kapitänin Rackete im Sommer 2019.

 

Gegen diese Praxis wendet sich die internationale Bewegung „Seebrücke: Schaft sichere Häfen“

 

Sie fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung und neue staatliche Rettungsmissionen. Sichere Häfen sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen als sie müssten und bilden gemeinsam eine starke Gegenstimme zur Abschottungspolitik der Bundesregierung.

 

Der Vorwurf, dass das Vorhandensein von Seenotrettungsschiffen noch mehr Flüchtlinge anzieht, wurde im übrigen durch Forschungen entkräftet. Den Haupteinfluss auf die Anzahl der Boote hat das Wetter.

 

Wir haben die Seebrücke im letzten Jahr mit einer Spende bedacht und wollen sie mit Ihnen zusammen auch weiterhin unterstützen. Dazu liegen in beiden Büchereien Unterschriftenlisten aus, in die Sie sich eintragen können: Waldenbuch soll ein Sicherer Hafen werden. 245 Gemeinden haben sich in Deutschland bereits zum Sicheren Hafen erklärt.

 

 

I. Dietz

Unsere Spende – eine Herzenssache  

Mit den Spenden, die wir vor allem durch Einnahmen aus unserer Altpapiersammlung erhalten, konnten wir auch im letzten Jahr viel Leid lindern. Erstmals haben wir im Jahr 2020 den Förderverein Sana Herzchirurgie Stuttgart e.V. mit einer Spende bedacht.

Die Sana-Herzchirurgie Stuttgart ist u. a. auf Kinder spezialisiert. Mit Mitteln aus einem Spendenfonds behandeln die Ärzte hier Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, die von der Organisation „Friedensdorf International“ ausgesucht werden. Maßgebend ist:

  • Eine medizinische Behandlung in der Heimat ist nicht möglich.
  • Die Behandlung in Europa muss gute Erfolgsaussichten haben.
  • Die Rückkehr der Kinder muss gesichert sein.
  • Die Hilfsbedürftigkeit der Familien muss nachgewiesen sein.

Es wird dann ein Flieger für ca. 70 Kinder organisiert, der sie in das Aufnahmezentrum in Oberhausen bringt. Dort bleiben sie 6 Wochen zur Eingewöhnung, danach werden sie zur Operation auf Kliniken in ganz Deutschland verteilt. Nach dem Eingriff bleiben sie zur Nachbetreuung noch weitere 6 Wochen in Oberhausen, danach geht es wieder zurück ins Herkunftsland.

Eine Herz-OP für ein Kind kostet in der Sana Klinik tatsächlich nur € 8000.-, weil alle Beteiligten auf ihren Verdienst verzichten, ebenso verzichtet das Krankenhaus auf seinen Gewinn.

So war es auch 2018 bei dem zehnjährigen Muhammed aus Gambia. Er litt an einem angeborenen Herzfehler, der ihn sehr beeinträchtigte, und kam schließlich zur OP nach Stuttgart. Er hatte in nur vier Wochen bereits die ersten Worte Deutsch gelernt und konnte das Pflegepersonal gleich mit „Guten Tag“ begrüßen. Auf der Station wurde er liebevoll umsorgt. Zusätzlich besuchten ihn ehrenamtliche Betreuerinnen von Friedensdorf International, die mit dem fröhlichen Jungen spielten und ihm die Zeit am Krankenbett vertrieben.

Der Kardiologe Dr. Roser freut sich sehr über die erfolgreiche Operation, die Muhammed ein normales Leben ermöglicht. „Dies alles“, so betont er, war nur möglich, weil das ganze Team an einem Strang gezogen hat und weil alle geholfen haben, den kleinen Jungen sicher durch diese Operation und das Abenteuer in einem fremden Land zu bringen.“

Der schönste Moment sei, so berichtet er, wenn die operierten Kinder nach ein paar Tagen mit den Ärzten im Krankenhausflur Fußball spielen.
 

I. Dietz

Unsere Spende an Pro Menores e.V.

 

Auch nach Südamerika gingen im letzten Jahr Spendengelder unserer EineWelt-Gruppe.

 

In Chile verfolgt Pro Menores e.V. seit 1985 das Ziel, über Hilfe zur Selbsthilfe die Armut von Kindern und ihren Familien zu lindern. Alle Tätigkeiten werden ehrenamtlich ausgeführt, die Verwaltungskosten werden von einem Mitglied getragen.

 

  • Hilfe für Familien

Bedürftige Familien werden unterstützt, damit sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen können, z.B. wurde einer Bauernfamilie ein Folientreibhaus gespendet. Das Gemüse können sie nun auf dem Markt verkaufen.

Auch erhalten Studenten Unterstützung fürs Studium.

 

  • Speisesäle

Da die tägliche Schulspeisung für viele Kinder einen wesentlichen Teil ihrer Ernährung ausmacht, wird an schulfreien Tagen oftmals ihre prekäre Situation deutlich. Deshalb hat Pro Menores Speisesäle eingerichtet, wo die Kinder am Wochenende mit Essen versorgt werden. Frauen kommen, um für sie zu kochen und um Zeit mit ihnen zu verbringen.

 

  • Haus für bedürftige alte Menschen

Inzwischen ist auch eine Tagespflege für Senioren dazugekommen. Etwa 25 Personen können sich hier tagsüber aufhalten; sie erhalten Essen und Medikamente und können Gymnastik treiben.

 

  • Haus für misshandelte und missbrauchte Kinder

Ein besonderes Anliegen ist es für den Verein, sich um misshandelte und missbrauchte Kinder zu kümmern. Zunächst werden 24 Zwei- bis Sechsjährige aufgenommen und therapiert. Die Idee ist, dass kleine Kinder traumatische Erlebnisse leichter und erfolgreicher verarbeiten können als ältere.

Später sollen dann auch ältere Kinder hinzukommen.

Das Heim wurde bewusst in größerer Entfernung von den Familien eingerichtet, damit die Therapie bessere Erfolgschancen hat. Der planende Architekt war von der Idee so begeistert, dass er einen beträchtlichen Kostennachlass gewährt hat.

 

Die ehrenamtliche Koordinatorin, Andrea Böhm (Deutschlehrerin), schreibt in ihrem Brief zum Ende letzten Jahres:

„…möchte ich unsere Dankbarkeit allen Mitgliedern und Spendern von Pro Menores zum Ausdruck bringen. Ohne Eure Hilfe und Euren Edelmut mit unseren Armen und Bedürftigen, insbesondere den Kindern, hätten wir sie nicht unterstützen können.“

 

Wir bitten Sie herzlich um Spenden unter dem Stichwort „Pro Menores“:

 

Volksbank      IBAN:  DE57 6039 0000 0635 8460 04       BIC: GENODES1BBV

KSK                IBAN:  DE 40 6035 0130 0001 0089 08      BIC: BBKRDE6BXXX

 

I. Dietz

Foto: Marie Winske

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Auf dem Graben 23

71111 Waldenbuch

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