Seebrücke

2019 Unsere Spende an die Seebrücke: "Schafft sichere Häfen!“ 

 

Seit 75 Jahren leben wir in Deutschland im Frieden. Nur noch die Ältesten können sich an den Krieg erinnern, aber viele leiden noch heute unter den dadurch entstandenen Traumatisierungen.

 

Wenn wir heute von Krieg hören, so spielt sich der in der Regel Tausende von Kilometern entfernt ab und geht uns zumindest unmittelbar nichts an. Nach den Nachrichten kann man den Fernseher einfach ausschalten, oder man sucht sich ein anderes Programm.

 

Was würden wir tun, wenn es in unserem Land Krieg gäbe? Würden wir versuchen, der Gefahr zu entkommen? Alles zurücklassen, was uns bisher selbstverständlich war? In ein Land fliehen, wo wir Schutz finden?

 

Im Jahr 2015 hat Deutschland 890.000 Flüchtlinge aufgenommen und in einer bewundernswerten Weise willkommen geheißen. Die meisten dieser Menschen sind vor Krieg, Vertreibung, Verfolgung und Hunger geflohen. Sicher haben sie lange überlegt, ob sie ihre Wohnung, ihren Wohnort, ihre Kultur verlassen sollen, zugunsten einer ungewissen Zukunft in einem fremden Land.

 

Immer noch haben Flüchtlingsströme Europa als Ziel. Viele kommen per Boot übers Mittelmeer, viele kommen gar nicht an. Man schätzt, dass dort seit 2014 etwa 21.500 Menschen ertrunken sind (zum Vergleich: Waldenbuch hat 8.571 Einwohner).

 

Inzwischen hat die patrouillierende EU-Grenzschutztruppe Frontex die Aufgabe, Flüchtlingsboote zurückzuschicken, wobei ihre Methoden nicht gerade zimperlich sind. Frachter, die unterwegs Boote sichten, machen oft einen großen Bogen um sie, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Denn wenn ein Schiff auf See Flüchtlinge aufnimmt, handelt der Kapitän gegen EU-Recht und wird kriminalisiert – siehe das Beispiel der Kapitänin Rackete im Sommer 2019.

 

Gegen diese Praxis wendet sich die internationale Bewegung „Seebrücke: Schaft sichere Häfen“

 

Sie fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung und neue staatliche Rettungsmissionen. Sichere Häfen sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen als sie müssten und bilden gemeinsam eine starke Gegenstimme zur Abschottungspolitik der Bundesregierung.

 

Der Vorwurf, dass das Vorhandensein von Seenotrettungsschiffen noch mehr Flüchtlinge anzieht, wurde im übrigen durch Forschungen entkräftet. Den Haupteinfluss auf die Anzahl der Boote hat das Wetter.

 

Wir haben die Seebrücke im letzten Jahr mit einer Spende bedacht und wollen sie mit Ihnen zusammen auch weiterhin unterstützen. Dazu liegen in beiden Büchereien Unterschriftenlisten aus, in die Sie sich eintragen können: Waldenbuch soll ein Sicherer Hafen werden. 245 Gemeinden haben sich in Deutschland bereits zum Sicheren Hafen erklärt.

 

 

I. Dietz

EineWelt-Lädle Waldenbuch

 

Auf dem Graben 23

71111 Waldenbuch

Öffnungszeiten

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